Ansichtssachen
Alleh hopp! Faasend in Hargarten
Weil es in diesem Jahr aus bekannten Gründen keinen Faasendsamstag-Umzug in Hargarten geben konnte, laden wir euch zu einer kleinen Reise in die Vergangenheit ein. Die ersten Umzüge fanden in Hargarten vor 70 Jahren statt.Rückblick - die ersten Hargarter Faasend-Umzüge in der Nachkriegszeit (1949)
Nach dem letzten Weltkrieg, der auch über unser kleines Dorf viel Leid gebracht hatte, wollten sich die Menschen von dieser schlimmen Zeit ablenken, soweit dies möglich war und Aufbruchstimmung verbreiten.
So wurde auch im Jahre 1949 der erste Fastnachtsumzug organisiert, einer der ersten in der Umgebung. Die Fastnachtswagen wurden von Pferdegespannen gezogen, Fastnachtskleider und Kostüme wurden phantasievoll selbst genäht und alles Mögliche, was so die Fastnachtsgecken brauchten, auch selber gebastelt oder hergestellt.Zu kaufen gab es ja noch nichts
. Musiker auf den Wagen sorgten für Stimmung. Die Umzüge führten auch nach Rissenthal, Reimsbach oder bis nach Honzrath. Prinzenpaare regierten auch schon seinerzeit das Hargarter Narrenvolk. Die Namen der Prinzenpaare sind auch heute noch vielen Hargartern bekannt. Nach den Umzügen wurde in den Gastwirtschaften und Sälen ausgiebig gefeiert.
Doch im Jahre 1951, also vor 70 Jahren, schlängelte sich der letzte Umzug durchs Dorf. Dann war Schluss. Und so musste man bis zur „Neuzeit“ im Jahre 2009 warten, bis wieder alljährlich ein Fastnachtsumzug, mit viel Arbeit und Engagement auf die Beine gestellt, durch unser Dorf führt.
Reproduktionen: H. Lubitz
"Neustart" in 2009
Fastnachtssamstag:
Hargarten steht Kopp
Hargarten. Nach langer Abstinenz
bewegt sich 2009 wieder ein Fastnachtsumzug
durch das kleine Taldorf und eine Fastnachtstradition
wird zu neuem Leben erweckt . Vor
60 Jahren, also im Jahre 1949, veranstalteten
die Hargarter einen der ersten Fastnachtsumzüge
in der Umgebung. Doch bereits nach drei Umzügen
war damit Schluss und sie ruhten dann 57 Jahre.
Vielleicht war der Hargarter „Adel“
ausgestorben und es standen keine Prinzenpaare
mehr zur Verfügung. Nun aber haben die
Ahnenforscher des Heimat- und Kulturvereins
(HKV) wieder „blaues Blut“ in Hargarten
entdeckt.
Bauernprinz
Thomas I. (Mosbach) aus dem „Haargarten“
und Bauernprinzessin Niole I. (Wagner) aus „Pauersgarten“,
sind hoch erfreut, dass sie dem alten Hargarter
Adel entspringen. Sie nahmen im Umzug auf dem
Thron sitzend die Huldigungen des närrischen
Volkes entgegen. Die Narrenkaravane formierte sich gegen 16.30
Uhr auf der Kreuzstraß` im Oberdorf. Doch
zunächst wurden auf dem Hargarter Paradeplatz
nicht nur die Traktoren und Zugmaschinen "vorgeglüht".
Bei Musik und diversen Getränken wurde
dem Beginn des Fastnachtsumzuges, an dem mehrere
Wagen und Fußgruppen teilnehmen, entgegen
gefiebert.
Pünktlich
um 17 Uhr bewegte sich der Umzug in die Dämmerung
Richtung Unterdorf zur Weidentalhalle, der „Hargarter
Narrhalla“, wo die Wiederentdeckung des
„Hargarter Adels“ in ausgelassener
Faasendstimmung feucht-fröhlich gefeiert
wurde. Federführend für diese Fastnachtsveranstaltung
war die Hargarter Dorfjugend, die von Hargarter
Vereinen tatkräftige Unterstützung
erhielt. „Remmi Demmi“ lautete der
Schlachtruf. Im Februar 2008 hatte der HKV einen
Winterabend mit Hargarter Geschichten und Erzählungen
veranstaltet,
Gesprächsthema an diesem
Abend waren auch die Fastnachtszeiten, insbesondere
die drei Fastnachtsumüge von 1949 bis 1951.
Die Gesprächsteilnehmer, unter ihnen noch
vier Hohheiten aus der damaligen Zeit, schwelgten
begeistet in in alten Fastnachtserinnerungen
und freuten sich auf ein Wiederaufleben des
Hargarter Fastnachtsumzuges. Ortsvorsteher Robert
Schomers ist ebenfalls davon begeistert und
meint: „Es freut mich, dass unsere Dorfjugend
den Fastnachtsumzug wiederaufleben lässt
und auch andere Hargarter Vereine diese dabei
tatkräftig unterstützen."
(redaktionell bearbeiter Text eines SZ-Artikels von N. Becker)
2010 - Der Umzug "wächst und gedeiht"
Nachdem
der wiederentdeckte Faschingsumzug 2009 noch
als kleinster Umzug in der Gemeinde Beckingen
angekündigt wurde, waren 2010 bereits 18
Fuß- und Wagengruppen dabei. Der Narrenzug,
am Straßenrand von vielen Besuchern aus
nah und fern begrüßt und bewundert,
bewegte sich am Fastnachtssamstag bei anbrechender
Dämmerung vom Oberdorf ins Unterdorf bis
zur Weidentalhalle. Die kleinen und großen
Straßenrandgäste kamen auch auf ihre
Kosten, da die Zugteilnehmer verschiedene Mitbringsel
großzügig unter das Volk verteilten.
Beispielsweise der Hargarter Berg- und Hüttenarbeiterverein
erinnerte im Zug an Kirmestage längst vergangener
Zeit, an denen der Kirmesmatz per Flugzeug in
Hargarten eingeflogen wurde und auf einer Wiese
„Auf Ellern“ landete. Jäh endete
dieses Abenteuer 1975, als das Flugzeug beim
Landen verunglückte. Glücklicherweise
blieb es damals nur bei Schäden an dem
Privatflugzeug.

nostalgisches Frühstück veranstaltet.

Höhepunkt des Gaudiwurms war der Prunkwagen des Hargarter Bauernprinzenpaares Dirk I, Graf von und zu Berensen (Dirk Braun) und ihre Lieblichkeit Anja I aus der Residenz derer von Henrien (Anja Mosbach) nebst Gefolge.
Die Mitwirkenden und die vielen Besucher des Umzuges hatten anschließend noch ausgiebig Gelegenheit, in der Weidentalhalle weiter zu feiern.
Text und Bilder: H. Lubitz
2011- Obelix im Dschungel
Auch
der diesjährige Fastnachtsumzug am Samstag,
dem 5. März 2011, wurde in Hargarten gebührend
gefeiert und umjubelt.
Es war zwar ein kleiner,
dafür aber ein sehr geschmackvoller Gaudiwurm,
der von vielen Zuschauern bewundert sich gegen
Abend vom Oberdorf bis zur Weidentalhalle schlängelte.
Große und kleine Straßenrandgäste
konnten sich nicht nur satt sehen, sondern sich
auch an verschiedenen Mitbringsel der Zugteilnehmer
erfreuen (Schnäpse, Liköre, Bier,
Würstchen, Bonbons und andere Süßigkeiten),
die freigiebig ausgeteilt wurden.
An Fastnachtsprunkwagen seien beispielsweise erwähnt: der Wagen der Berg & Hüttenarbeiterinteressensgemeinschaft mit dem Motto und der Forderung „Bürgerhaus für Hargarten“, Familie Helfen mit „Apres Ski“, Familie Mertens mit ihrer „mittelalterlichen Burg“, die Jugendwehr als „Knackis“, die Hargarter Dorfjugend mit dem „Hargarter Dschungel“, die Rissenthaler Jugend mit dem „Space shuttle“ und schließlich der Prunkwagen der Hargarter Flachsen mit dem Prinzenpaar Katja (Hellbrück) und Peter (Schorn) und der Prinzengarde unter Gardegeneral Thomas Mosbach.

Bei den Fußgruppen begeisterten die Frauengemeinschaft
Erbringen/Hargarten als mittelalterliche Marktfrauen,
die Landfrauen Erbringen/ Hargarten als "Mama-Negerinnen",
Ernst Lorenz als Obelix und Jola und Wembi in
Anspielung auf die aktuelle Guttenberg-Affaire
als „Verwechslungsgefahr“. Der
Musikverein Wahlen/ Niederlosheim heizte mit
seinen Fastnachtsliedern allen Besuchern kräftig
ein und der Musikverein Erbringen-Hargarten
begrüßte den Zug vor dem Sonnenstudio
Hackenberger.
Nach dem Umzug drängelten die Besucher
in die Weidentalhalle, die aus allen Nähten
zu platzen schien; aber eine echte Fastnachtsstimmung
braucht neben Gaudi und Spaß auch eine
gewisse Enge...
Text: H. Lubitz/ Bilder: N.Becker
2012 - "Das Wetter kann uns gar nix!"!
Bilder des diesjährigen Umzugs. Trotz Schmuddelwetter
ließen sich Narren und Schaulustige die
Stimmung nicht vermiesen!

2013 - zehn Bilder sagen mehr als tausend Worte...!

Auch das noch: Frauenfaasend
in der Weidentalhalle
Eva Ewen führte mit Witz und Charme durch
das närrische Programm der Frauen. Los
ging es dann mit dem Sketch "Ach Achim",
bei dem die Frau ihrem faulen Mann nach 20 Ehejahren
mal Dampf machte.images/im-ansichtssachen/im-faasend/
Mit einer außergewöhnlichen BH-Modenschau
brachten Männer als Topmodels ihre unterschiedlichen
Oberweiten zur Geltung. Eine
gekonnte Vorstellung bot ein Orchester mit nicht
alltäglichen Instrumenten vom Waschbrett,
über Gießkannen, Kochtöpfe und
anderem. "Mir Frauen von 50 sen immer noch
scheen", stellte eine Dame mittleren Alters
mit Überzeugung in der Bütt fest.
Eine schwungvolle Tanzvorstellung boten die
Mädels der Tanzgruppe Jampas aus Oppen.
Welche Probleme ein nicht eben intelligentes Paar
beim Aufgebot bekommen kann, wurde in dem Sketch
"Auf dem Standesamt" deutlich.
Mit der Inthronisierung der Hargarter Faasend-Regenten ging
es weiter. In Ermangelung einer Prinzessin wurde
gemäß Kölner Vorbild ein Dreigestirn
mit Prinz Sascha (Sascha Mosbach), Bauer Arno
(Arno Weiß) und Jungfrau Stefanie (Stefan
Kammer) gekürt. In dem Sketch "In
der Tanzschule" brachte gleich die erste
Kundin die Leiterin fast zur Verzweiflung. In
einer Kochshow wollte eine Fachfrau vorführen,
wie man das Fastnachtsmenü überbackene
Eier zubereitet. Wenn da nur nicht die Zutat
Alkohol wäre… Als
Stargast erschien dann Nana Mouskouri. Zunächst
sang sie allein, dann war plötzlich die
Bühne voller Nana's, verstärkt durch
Demis Roussos.
"Hauptsach, mein Geschäft geht rond",
befand die "Staatlich geprüfte Lokusdame"
oder einfacher "Klofrau" von der Erwringer
Scheier bei der
Schilderung ihrer Arbeit. Um Probleme mit einer
Pizza sowie das Flehen einer frierenden Nonne
an den Ordensbruder drehten sich zwei weitere
Sketche. Allerhand Dorftraatsch breitete eine
geschwätzige Frau in der Bütt aus. Eine
tolle Vorstellung bot dann noch das in schwarz-weiß harmonierende Männerballett,
ehe sich alle Akteure zum Schluss mit dem Holzmichel-Song
verabschiedeten.

2015 - "Hochstimmung
trotz Wettertief"
Pünktlich
zum Beginn des Faasend-Umzuges am Fastnachtsamstag
kam Regen auf, der sich aber erfreulicherweise
während des Umzuges wieder verzog.
Und wiederum hatte man einen Faasend-Umzug nach
dem Motto „Klein aber fein“ auf
die Beine gestellt. Prinzessin Melanie I. und
Prinz Norbert I., die diesjährigen Regenten,
überwachten das närrische Treiben
in Hargarten. Auf ihrem Prinzenwagen wurden
sie begleitet von ihrer Leibgarde „Den
Flachsen“. Die
Hargarter
Dorfjugend kam mit ihrem Zirkuswagen mit Artisten
und Tieren zum Umzug.
Die Dorfjugend aus Rissenthal (New Images) hatten
sich mit ihrem Umzugswagen das Motto „Safari“
ausgedacht. In ihrer Begleitung befand sich
das Rissenthaler Prinzenpaar.
"Stolze Spanierinnen" (Landfrauen)
zeigten sich wie alle Teilnehmer spendierfreudig
in Sachen „Süßigkeitenwerfen“.
Eine "Igelgruppe" (Frauengemeinschaft)
war rechtzeitig zur Fastnacht aus dem Winterschlaf
erwacht.
Das Prinzenpaar aus Niederlosheim kam mit großem
Wagen und Hofstaat auf Staatsbesuch nach Hargarten.
Aus dem Nachbarort Erbringen tauchten „Schwer-
und Leichtmatrosen“ (CDU-Ortsverein) mit
einem Segelboot, vermutlich über den Mühlenbach,
im Umzug auf. "Hexen" (Tennisverein
Erbringen) mischten sich unter das närrische
Volk, ebenso die Erbringer Jugend mit ihrer
Fastnachtstruppe.Für die musikalische Zugbegleitung war
der Musikverein Rissenthal zuständig, der
wie immer an Fastnacht oder Kirmes in Hargarten
nach dem Motto „Do semmer dabei“
zur Stelle ist.
Der Löschbezirk Reimsbach und das DRK sorgten
für die Sicherheit der Besucher. Mehrere
Getränkestände „versorgten“
die Faasend-Besucher mit „stimmungsfördernden“
Getränken.
In der Weidentalhalle wurde nach dem Umzug noch
lange bei „Remmi Demmi“ weitergefeiert.
2016 - Die Faasend hat Sonne!
Bei
fast frühlingshaften Temperaturen und ohne
Regentropfen kamen viele Besucher an Fastnachtsamstag
zum 8. Hargarter Faasend-Umzug der „Neuzeit“.
Mehr als ein Dutzend Motivwagen und Fußgruppen
zogen - musikalisch begleitet vom Musikverein
Rissenthal - vom Oberdorf zum Unterdorf zur
Weidentalhalle, wo nach dem Umzug bei „Remmi-Demmi“
weiter gefeiert wurde. Auch der Obst- und Gartenbauverein
war dieses Jahr erstmals mit einem Motivwagen
„Hargarter Früchtchen“ dabei.
Ihre Tollitäten Prinz Joachim I. (Wagner)
und Prinzessin Andrea I. (Kammer) hatten das
närrische Zepter über das kleine Taldorf
Hargarten übernommen und wachten darüber,
dass die Fastnachtsstimmung nicht zum Erliegen
kam.

"So ein Saustall!" - der Hargarter Faasend-Umzug 2017
Der
Hargarter Faasend-Umzug war nach Meinung
der zahlreichen Besucher aus der ganzen
Umgebung wieder ein voller Erfolg. Bei
gutem Wetter bewegte sich der Umzug in
die Dämmerung vom Oberdorf zur Weidentalhalle.
Die Akteure „schmissen“ Süßigkeiten
was das Zeug hielt von ihren Wagen oder
wurde von den Fußgruppen verteilt.
Vom „Hargarter Saustall“, dem Motivwagen des Obst- und Gartenbauvereins, wurde auch Rollbraten an die Besucher verteilt. Nach dem Umzug ging es in der Weidentalhalle bei Remmi-Demmi hoch her.
Fotos & Text: H. Dewes
2019 - Faasend wie aus dem Bilderbuch...

2020 - und weil's so schön war: Noch einmal!

Fotos:H.Lubitz
Nach Beendigung des Umzuges wurde traditionsgemäß in der Weidentalhalle bei „Remmi Demmi“ bis in die Nacht hinein gefeiert. Die Hargarter sind sicher, dass es nach Corona genauso freudig weitergeht....wenn nicht gar noch fröhlicher!