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Die St.Anna-Kapelle - Chronologie der Renovierungsarbeiten

Noch vor wenigen Jahren befand sich die Annakapelle in einem schlechten Zustand. Farbe bröckelte von der Decke ab, feuchte Stellen an den Wänden und der Innenraum war teils schwarz und unansehnlich geworden. Ein Anblick, der auch dem damaligen Trierer Bischof Reinhard Marx nicht verborgen geblieben sein dürfte, als er am Donnerstag, dem 8. Juni 2006, im Rahmen einer Visitations- und Firmungsreise im Dekanat Merzig auch Hargarten besuchte und in der Sankt-Anna-Kapelle einen kurzen Wortgottesdienst hielt. Doch von Seiten des Bistums geschah wenig, um die kleine Kapelle zu erhalten. Und so nagte der Zahn der Zeit weiter an dem 400 Jahre alten Gebäude.

2008/2009 konnte immerhin die 170 Jahre alte St.-Anna-Glocke (zum zweiten Mal) gerettet werdenVorweihn. Ihr Schlagring war durch den zu tief hängenden Klöppel beschädigt worden und ausgeschlagen. Fünf Monate dauerte die Reparatur. Dann kehrte die Glocke heim und wurde von zahlreichen Hargartern am Abend des 27. März 2009 mit einem Wortgottesdienst in der Kapelle wieder begrüßt. Nach dem folgenden Einbau eines Schallbodens, der das Geläut im Dorf besser hörbar macht, konnte die Glocke an Ostern die "Auferstehung des Herrn" wieder verkünden. Die erste "Rettung" der 1839 aufgehängten Glocke mit den Insignien „Sancta Anna, mater virginis, intercede pro communitate Hargarten“ ("Hl. Anna, Mutter der Jungfrau, schütze die Gemeinde Hargarten") erfolgte nach dem 2. Weltkrieg: Die Glocke war 1944 vom Naziregime beschlagnahmt und zusammen mit Reimsbacher Glocken zum Einschmelzen weggebracht worden. 1949 erfuhr der damalige Pastor Zimmer, dass das Glöcklein unbeschadet im Osten Deutschlands wäre. Es gelang, es zurückzuholen. Die "gerettete" Glocke wurde am Ortseingang mit festlich geschmücktem Wagen empfangen und mit Musikkapelle und Reitern zur Kapelle begleitet.
Text: Helmut Lubitz/ Fotos: Robert Schomers


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2010 starteten mit dem "Zöllnerfest" die ersten Spendenaktionen, um Mittel für die Restaurierung der Kapelle zu sammeln.

2013 organisierten "Heimat- und Kulturverein" und "Obst- und Gartenbauverein" die erste „Kapellentour“ , um sich in Nachbarorten Anregungen für die Renovierung des Innenraumes der Kapelle zu holen.
2014 - nach der zweiten  Kapellentour- befasste sich der Heimat- und Kulturverein Hargarten ( federführend für die kirchlichen Gremien und den Pfarrer der Pfarrei Reimsbach ) in Verbindung mit dem Bistum Trier und dem Saarländischen Denkmalschutz mit der Planung der anstehenden Renovierung der Kapelle in drei Schritten ( Innenanstrich- Außenreparatur und Neuanstrich- Renovierung des Hochaltars ).

2016 konnte es dann losgehen: Nachdem das Bistum Trier die Genehmigung zur Innenrenovierung der St. Anna-Kapelle in Hargarten erteilt hatte und durch großzügiges Engagement des "Heimat- und Kulturvereins" die notwendigen Renovierungsmittel bereit gestellt wurden, begann ab 19. September 2016 eine vom Bistum beauftragte Firma die dringend notwendigen Arbeiten. Die Küsterin, Frau Mathilde Hellbrück, hatte zuvor bereits Gewänder, Altartücher und vieles mehr aus dem Kapellenraum entfernt. Der Heimat- und Kulturverein hatte mit etlichen freiwilligen jungen und älteren Mitbürgern die schweren Eichenbänke in die benachbarte Garage von Thekla Boos transportiert. Frau Boos war spontan bereit, ihre Garage zur Beherbergung dieser Kirchenbänke zur Verfügung zu stellen.
Schon wenige Wochen später hatte Restaurator Frank Neumann aus St. Wendel die Spachtelarbeiten abgeschlossen und mit den Malerarbeiten angefangen. Wo es möglich war, wurde die vorhandene Bemalung restauriert, ansonsten erhielt der Innenbereich einen neuen Anstrich. Auch am Außenputz wurde fleißig gearbeitet. Robert Kuhn aus Reimsbach und Hilmar Britz aus Rissental hatten Ausbesserungsarbeiten durchgeführt, damit keine Feuchtigkeit mehr ins Mauerwerk gelangte. Für das Baustellenmanagement zeichnete Herbert Dewes zuständig. Anfang November 2016 konnten diese Renovierungsarbeiten abgeschlossen werden. Die Kapelle erstrahlte wieder in "neuem Glanz". Auch die Statuen wurden restauriert und wieder aufgestellt. Am Altar wurde ein gespendeter neuer Teppich ausgelegt. Die Bänke waren ebenfalls "aufgemöbelt" worden und konnten wieder aufgestellt werden.

Ein Wermutstropfen blieb: Im Rahmen der Innenrenovierung der Annakapelle hatte der Restaurator auch die 60 cm hohe Anna-Statue, die in einer Nische über dem Eingangsportal ihren Platz hatte, begutachtet. Der Zustand der Statue sei so schlecht, dass eine Restaurierung aus Kostengründen nicht mehr zu empfehlen sei, so der Restaurator. Doch die Hargarter wussten sich zu helfen:
Christel Kammer, die seit Jahren die Arbeiten mit Ton zu ihrem Hobby gemacht hat, hatte sich dann der Restaurierung der Gipsstatue angenommen. In vielen Arbeitsstunden hat Christel die Statue restauriert und die sieht jetzt aus „wie neu“. Diese Arbeiten hat Christel Kammer unentgeltlich durchgeführt, um somit auch einen Beitrag zur Kapellenrenovierung zu leisten. Ein guter Start ins Jahr 2017.

 

 

2019 konnte das Renovierungsprojekt endlich abgeschlossen werden. Nach der Beschaffung weiterer finanzieller Mittel, wurde die Renovierung der Außenfront der unter Denkmalschutz stehenden Kapelle im Frühjahr in Angriff genommen. Zunächst waren umfangreiche Verputz- und Ausbesserungsarbeiten erforderlich, bevor Maler Martin Boley aus Bietzen einen neuen Anstrich auftragen konnte. Außerdem wurde eine Ruhebank am Platz der ehemaligen Linde aufgestellt. Den Schlusspunkt der Arbeiten bildete die Restaurierung des 300 Jahre alten und 4 Meter hohen Spätbarock-Altars. Restaurator Frank Neumann aus St. Wendel, der schon den Innenraum der Kapelle renoviert und neu ausgemalt hatte, übernahm auch diese Arbeit. Darüber hinaus bedankt sich der "Heimat- und Kulturverein" bei den zahlreichen ehrenamatlichen Helfern: Hilmar Britz aus Rissenthal und insbesondere Robert Kuhn aus Reimsbach (Verputzarbeiten), Werner Dietrich (Drainage- und sonstige Arbeiten), Kapellennachbarn Marc Mertes und Stefan Niemes (Gerüstbau), Christel Kammer (Restaurierung der Anna-Statue), Peter Lauer aus Harlingen (Reparatur Kapellenfenster). Die Organisation lag in den Händen des 2. HKV-Vorsitzenden Herbert Dewes.
Die gesamten Maßnahmen kosteten rund 40.000 Euro. Dazu, dass die St.Anna-Kapelle nun wieder innen und außen im neuen Glanz erstrahlen kann, haben viele Spender beigetragen: Gemeinde Beckingen, Sparkasse Merzig-Wadern, Sparda-Bank, Saarland-Toto, private Spender, Spenden von Hargarter Vereinen, Erlöse aus Vereinsveranstaltungen.
Zum Abschluss hatte der "Heimat- und Kulturverein" am Sonntag, 19. Mai 2019, ein kleines Kapellenfest organisiert, das im Anschluß an die traditionelle Maiandacht stattfand.

 


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