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Gedanken an Hargarter Soldaten, die in den Weltkriegen getötet worden waren


Am Sonntag, dem 13. November 2022 war Volkstrauertag. Die zentrale Gedenkfeier der Gemeinde Beckingen fand auf dem Ehrenfriedhof in Reimsbach statt. Auch der Heimat- und Kulturverein gedachte den in den beiden Weltkriegen gefallenen Soldaten unseres Dorfes mit Blumen, Kerzen und Worten an dem von unserem Verein gepflegten Ehrenmal bei der Kapelle. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr (Löschbezirk) kamen in einem Fackelzug vom Feuerwehrgerätehaus zur Kapelle, um sich an dem Gedenken zu beteiligen. Unter den gefallenen Soldaten waren seinerzeit auch Mitglieder der Hargarter Feuerwehr. Es sollte auch erwähnt werden, dass das Ehrenmal bei allen kirchlichen Brauchtumsveranstaltungen in der Annakapelle mit Kerzen oder Blumenschmuck eingebunden wird.

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Text: H.Dewes; Fotos: M. van Züpthen, O. Helfen, W. Reinert

"Dienstleistungen" in Hargarten aus längst vergangener Zeit


Wir haben in den niedergeschriebenen „Erinnerungen“ unser ehemaligen Mitbürgerin Anni Schuler geb. Vetter (Geburtsjahrgang 1925 - verstorben 2012) geblättert. Dabei sind wir auf Dienstleistungen aufmerksam geworden, die man heute nur noch vom Hörensagen oder gar nicht mehr kennt, so zum Beispiel:
Der „Lumpenhändler“.
Alle paar Wochen kam ein Lumpenhändler nach Hargarten mit seinem Pferd und Wagen. Die Kinder suchten alles, was nicht mehr zu tragen war zusammen, gingen zum Lumpenhändler, wo alles gewogen wurde und erhieltendafür eine Tasse, einen Teller, Johannisbrot oder andere schöne Sachen.
Der „Deppengießer“.
Vor der Hargarter Kirmes kam der Deppengießer ins Dorf. Gegenüber „Marxen-Haus“ (heute Wohnhaus Bärbel und Georg Klinkert) am Schulberg (heute Brunnenanlage) richtete er sich seine Werkstatt ein. Er machte Feuer, ließ im Topf Zinn schmelzen und die Arbeit konnte beginnen. Die Leute brachten ihre Töpfe mit Löchern und vor allem das Zinnbesteck für die Kirmes. Dieses kam in die Zinnflüssigkeit, dann glänzte es wieder wie neu und die Kirmesgäste konnten kommen.
Der „Schirmflicker“.
Ab und zu kam auch ein Schirmflicker in den Ort. Die kaputten Schirme wurden eingesammelt und kamen dann am Abend gebrauchsfertig wieder zurück.
Der „Scherenschleifer“.
Auch ein Scherenschleifer kam in regelmäßigen Abständen in unser Dorf. Die Messer und Scheren wurden eingesammelt. Der Schleifer hatte ein Dreirad mit einem Schleifstein, das war sein Arbeitsgerät.
Der „Schuhmacher“.
Auch ein Schuhmacher kam gelegentlich ins Dorf. Die Schuhe wurden besohlt und mit Schuhnägeln mit Köpfen benagelt, so waren sie länger haltbar. Die gesäuberten Schuhe wurden samstagsabends mit Schuhfett eingeschmiert.
Die vorgenannten Dienstleistungen lassen erkennen, dass seinerzeit nichts weggeworfen wurde. Es wurde alles gesammelt, geflickt oder erneuert. Dies stand im Gegensatz zu unseren heutigen „Wegwerfgesellschaft“.
Natürlich gab es auch Tante-Emma-Länden im Dorf, wie Wernisch, Spuller, Lourenzen Anna und Ottos Kattchen. Sie hatten zwar viel im Sortiment - aber längst nicht alles, was die Hargarter brauchten oder gerne gehabt hätten. Deshalb warteten sie auch immer "sehnsüchtig" auf fahrende Händler, so zum Beispiel:
Der „Gemüsehändler“. Er fuhr mit Pferd und Wagen jede Woche durch Hargarten. Er machte sich durch eine Schelle bemerkbar.
Der “Fischhändler“. Er kam stets im Winter, weil nur in der kalten Jahreszeit die damals mögliche "Kühlkette" eingehalten werden konnte. Auch der Fischverkäufer machte mit einer Schelle auf sich aufmerksam . Die Fische lagen im Eis und wurden mit darüber liegenden Eisstangen zusätzlich gekühlt.

Museumstour am Tag der Deutschen Einheit


Haus_SaargauBei herbstlichem Sonnenschein konnte der Heimat- und Kulturverein am  Montag, dem 3. Oktober, erstmals seit 2019  die traditionelle nachmittägliche Museumstour durchführen. Ziel der Tour war diesmal der saarländisch-lothringische Saargau.
Wir steuerten zuerst Gisingen an, um dort  das Haus Saargau zu besuchen, ein original lothringisches Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert. Unter fachmännischer Führung durch das Museum bekamen wir einen Einblick in das frühere Leben der Bauern, in der Mensch und Tier unter einem Dach lebten.
GrenzblickAnschließend besuchte unsere Gruppe den deutsch-französischen Grenzort Leidingen/Leiding. Der Ortsvorsteher von Ihn und Leidingen, Wolfgang Schmitt, ließ es sich nicht nehmen, uns in seinem Heimatdorf zu führen. Mitten durch diesen Ort verläuft auf der „Neutralen Straße“ die deutsch-französische Grenze. Rund 200 Einwohner leben auf deutscher und 28 Einwohner auf französischer Seite. In diesem Grenzort gibt es zwei katholische Kirchen, zwei offizielle Sprachen, Deutsch und Französisch, früher jedoch nur die gemeinsame moselfränkische Mundart. An der französischen Kirche besuchten wir eins der zwei "Grenzblickfenster", die uns Ortsvorsteher Schmitt erläuterte. Er ist neben dem französischen Bürgermeister Lemal auch Mitinitiator dieser Fenster: Wer durch diese Fenster blickt, kann die jeweils andere Kirche jenseits der Grenze sehen. Nichts verstellt den Blick. In der Ebene zwischen den beiden Grenzblickfenstern fanden im Laufe der wechselvollen Geschichte manche Schlachten statt, in denen Menschenleben vergeudet wurden. Eine kleine Verschnaufpause konnte sich die Hargarter Gruppe dann noch in der Dorfmitte beim Pavillon der Feuerwehr gönnen.
Zum Abschluss unserer Museumstour  besuchten wir noch das bekannte 'Gasthaus Gellenberg' in Hemmersdorf und ließen uns das köstliche Abendessen munden. Ein gelungener Abschluss der ebenso gelungenen traditionellen Museumstour des Heimat- und Kulturvereins.

Leidingen1

Leidingen2


(Text: Helmut Lubitz; Fotos H.Lubitz/privat)

Auf den Spuren Hargarter Geschichte(n)

Trotz wetterbedingt nicht ganz optimaler Startbedingungen trafen sich am Sonntag, 25. September, zahlreiche Interessierte aus Hargarten und umliegenden Dörfern zu einer ganz besonderen Geschichtswanderung.
Erste Station war der „Berensen Kalkofen“ in dem gleichnamig bezeichneten Gewann. Dieser Kalkofen, einer von acht in Hargarten bekannten, wurde vor über 200 Jahren betrieben. Woher der Name stammt, konnte nicht ermittelt werden. Es gibt zwar in Hargarten eine Familie, deren Nachkommen immer noch „Berensen“ gerufen werden, doch haben Ahnenforschungen nichts Konkretes erbracht.
Dann ging es weiter zu den Römergräbern, auf die sich der damalige Schulrat Kell in seinem 1925 erschienenen Heimatbuch beruft. Danach sollen im Jahre 1885 auf einem Gewann in Hargarten zwei römische Särge ausgegraben worden sein. Die Straße nördlich von Hargarten und Merchingen sei als eine Abzweigung der von Metz an den Rhein führenden Römerstraße anzusehen. Auch im Hargarter Heimatbuch heiße es, dass am Bachemer Weg zwei Steinsärge ausgegraben wurden. 3LaendereckDie genaue Lage sei auf einer Karte über vorgeschichtliche und geschichtliche Funde im Kreis Merzig-Wadern aufgezeichnet. Wanderführer Herbert Dewes hatte hierzu im Vorfeld ergebnislos im Kreisheimatarchiv recherchiert. Auch das Landesarchiv in Saarbrücken, das Landesdenkmalamt und das Rheinische Landesmuseum in Trier konnten bei der Kartensuche nicht weiterhelfen. So wurde den Teilnehmern der Bereich „Bachemer Weg“ sowie die seinerzeit vorbeiführende Römerstraße näher erläutert.
Nächste Station für die interessierte Gruppe war das sogenannte „Dreiländereck“ im Merchinger Wald, wo die Gemarkungsgrenzen von Merchingen, Bachem und Hargarten zusammenstoßen. Die dort einst verlaufende Grenze war durch die bekannten schweren Grenzsteine aus Sandstein markiert, von denen ein freigelegter in Augenschein genommen werden konnte. Der jüngste Teilnehmer der Wanderung, der 3jährige Ben Wenderoth, präsentierte sich sogleich als neuer "Herrscher" des Dreiländerecks. Letztes Ziel war das Flurstück „Im Bender“ am Waldrand. General_BenderDas hoch gelegene Flurstück soll seine Bezeichnung von einem im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) gefallenen schwedischen General namens Bender erhalten haben, der hier bestattet wurde. Das Grab wurde um 1880 durch den Landwirt Nikolaus Bourgeois auf seinem Grundstück am Rande des Merchinger Waldes freigelegt, weil ihn eine Bodenerhöhung auf seinem Feld immer bei der Arbeit störte. Die Flurstückbezeichnung ist seit Generationen überliefert. Wer war General Bender? Hierzu erläuterte Dewes: „Er ist nicht zu verwechseln mit Generalfeldmarschall Bender, der in Böhmen beerdigt ist. Bei dem in Hargarten beigesetzten Bender handelt es sich um den General Bernhard Bender, der 1631 als Obristleutnant in schwedischen Diensten stand und Angehöriger des ‚Braunen Regiments‘ war. Im Jahre 1632 wurde er zum General befördert. Zuvor war er Hessen-Kasselischer Kapitän, der, so wird vermutet, unter anderem dafür zuständig war, Deserteure oder Gefallene in den Kampftruppen zu ersetzen.“
Zur Erinnerung an General Bender, der in Hargarten seine letzte Ruhestätte fand, inszenierte Dewes ein Spektakel. Als die Gruppe aus dem Wald trat, sorgten Gisbert und Bruno Reiber für Musketen- und Trommellärm, ehe dann Heinz Lauer aus Brotdorf in passender Uniform und mit Fahne als General Bender auf der Bildfläche auftauchte. Da waren manche zunächst perplex, hatten dann aber ihren Spaß, als Wanderleiter Dewes den "General" auf humoristische Art zu den damaligen Geschehnissen befragte.Bender
Zum Abschluss traf man sich an der Wanderhütte, wo die Hargarter Dorfjugend die hungrigen und durstigen Geschichtswanderer mit Schwenkbraten, Würstchen und diversen Getränken versorgte. Dewes bedankte sich bei den Teilnehmern, die sich an der sonntäglichen Wanderung, trotz nicht gerade einladenden Wetters, erfreuten. Bereits anfangs hatte er diesen erklärt, dass es sich bei den Erkundungen um geschichtliche Hargarter „Mosaiksteinchen“ handelt. Man müsse sie nicht unbedingt wissen, aber es schade auch nichts, wenn man sie kenne...

Text & Fotos:nb


Mehrgenerationen-Platz für Hargarten

SpielefestAus dem zentral gelegene Hargarter Dorfplatz mit seiner angrenzenden Dorfwiese soll ein moderner Mehrgenerationen-Treffpunkt werden. Zwar wird der Platz bereits jetzt von der Dorfgemeinschaft für ihr aktives Dorf- und Vereinsleben genutzt. Doch der Spielplatz ist alt und das Gelände nur durch einen alten Zaun begrenzt. Zudem gibt es keine Sitzmöglichkeiten. Das möchte die Gemeinde nun ändern: Konkret soll auf der Fläche der alte Spielplatz durch ein neues Klettergerüst aufgewertet und ein Sicht- und Windschutz in Form einer so genannten Gambionenwand zu den angrenzenden Wohnhäusern hin errichtet werden. Barrierefreie Sitz- und Tischgruppen mit einem gepflasterten Weg und die Pflanzung eines Solitärbaums sollen den Platz zu einer attraktiveren Aufenthalts- und Veranstaltungsfläche für Jung und Alt aufwerten.
Von den erwarteten Gesamtkosten in Höhe von 45.000,-€ übernimmt das saarländische Umweltministerium 24.460,- €, das Innenministerium 15.566,-€.. Damit muss die Gemeinde Beckingen lediglich 10% der Gesamtsumme aufbringen. Mehr auf der Politik-Seite

Ein weiterer Blick in die Dorfchronik:
Warum Hargarten froh ist, "einen Korb" bekommen zu haben

Korb-am-RodVor 35 Jahren stand die Verbindungsstraße von Hargarten nach Brotdorf "auf der Kippe". Erdbewegungen hatten die L370 im Bereich der Straße „Am Rod“, dem sogenannten „Fels“,  unsicher gemacht. Mit einem Sicherungswall-Korb konnte die Straße "gerettet" werden. Mehr dazu in unserer Dorfchronik.

 

 

 


Feiern wie domols - „Nostalgie-Frühschoppen“ im früheren Gasthaus Wilbois mit großer Resonanz

Nostalgie-FruehschoppenDieser wirklich außergewöhnliche Frühschoppen des Heimat- und Kulturvereins am Sonntag, 17. Juli, lockte viele Hargarter, aber auch eine stattliche Anzahl von Besuchern aus den Nachbardörfern in das frühere Gasthaus Wilbois. Man wollte noch einmal im alten Dorfgasthaus, das vor 14 Jahren für immer die Türen geschlossen hatte, am sonntäglichen Frühschoppen teilnehmen. Die Resonanz war so groß, dass viele  Besucher sich vor der ehemaligen Gaststätte im Schatten aufhielten, hier ihre kühlen Getränke zu sich nahmen und die Gelegenheit nutzten, ausgiebig zu plaudern, wobei das ehemalige gesellige Leben im Gasthaus im Mittelpunkt stand. Der heutige Eigentümer des Anwesens, Lucas Barth, stellte dem HKV die ehemalige Gaststube für diese Veranstaltung dankenswerter Weise zur Verfügung. Nach 1986 wurde die Gaststätte von verschiedenen Pächtern geführt. Die ersten Pächter, Marianne und Charlie Reinert aus Merchingen,  sowie die letzte Pächterin, Nora Bies aus Hüttersdorf, waren der Einladung des HKV gefolgt und freuten sich sehr, an ihrer früheren „Arbeitsstätte“ noch viele ehemalige Gaststättenkunden treffen zu können. Neben den üblichen Getränken war auch „Molchi-Bräu“ aus dem Hargarter Hofgarten im Ausschank. Kamil legte Würstchen auf, damit die Besucher des Frühschoppens, der bis in den späten Nachmittag dauerte, „versorgt“ waren. Der 2. Vorsitzende des HKV, Herbert Dewes, kam mit Zylinder und Dorfschelle  und gedachte in humoristischer Art der ehemaligen Gaststättenbesucher.

Dewes
Ex-Wirte
"Schellenmann" Herbert Dewes über die 'Wirtschaft' und ihre (Stamm)Gäste...
Die ersten Pächter und die letzte Pächterin beim "Nostalgie-Frühschoppen"

Einen Überblick über die Geschichte des Gasthauses Wilbois und der anderen Hargarter "Wirtschaften" findet ihr hier .


Wiederentdeckt: Der Saarländische Rundfunk über die Stellmacher Jakob und Toni Kerber

SR-Bericht-Jakob_Kerber-CGut 46 Jahre ist es her, da war ein Kamerateam des Saarländischen Rundfunks zu Gast in Hargarten - auf den Spuren der beiden letzten Stellmacher im Saarland. Schon damals erinnerten sich nur noch die Älteren an dieses Handwerk, das früher auch als "Wagener" oder "Küfer" bekannt war. Werner Kerber, der aus Hargarten stammt, hatte vor einigen Jahren ein Video dieses Beitrags über seinen verstorbenen Vater und seinen ebenfalls nicht mehr lebenden Bruder erworben. Auf seine Anregung hin hat der Heimat- und Kulturverein jetzt vom SR die Erlaubnis erhalten, das Video exklusiv auf dieser Homepage wieder zu veröffentlichen. Und hier findet ihr das Video!

 

 

 

 

 

 


"Aktuelles" ist auch eine Zeitfrage...- und deshalb haben wir ein umfangreiches Archiv aufgebaut!

Damit "Aktuelles" auch aktuell ist, "wandern" ältere Ereignisse in die entsprechenden Themen-Rubriken. So findet ihr zum Beispiel das "Zöllnerfest" unter "Ansichtssachen-Grenzgeschichten", die "Trauungen in der Feldschmiede" unter "Die Burheck-Feldschmiede", die " Fastnachtsumzüge" in "Ansichtssachen-Faasend", das Hargarter "Molchi-Bräu" jetzt unter "Dies und das". Für länger zurückliegende Einzelveranstaltungen gibt es ein gesondertes Archiv mit Ereignissen älteren Datums, die teilweise auch auf unserer Homepage noch nicht zu sehen waren.
So haben wir jetzt den 2001 im Rahmen der Anna-Kirmes aufgezeigten Brauch des "Schalwarikloppens" ganz frisch in unsere Dokumentation aufgenommen.


Ortspolitik auf "hargarten-online"

Um unseren Nutzern einen Einblick in das politische Geschehen unserer Heimat zu geben, veröffentlichen wir auch entsprechende Mitteilungen/Protokolle usw. auf unserer Seite zur "Ortspolitik", sofern wir sie erhalten.
Wir weisen allerdings ausdrücklich darauf hin, dass diese Texte nicht unbedingt die Meinung des Heimat- und Kulturvereins wiedergeben!
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