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Rückblick auf Hargarter Vorweihnacht 2022

Vorweihnacht1Nach zwei Jahren Pandemie konnte der Heimat- und Kulturverein  am Samstag vor dem 4. Advent wieder die Hargarter Vorweihnacht  in der St. Anna Kapelle und anschließend im Schuppen nebenan  begehen.Vorweihnacht2
Im Gottesdienst in der Kapelle schmückten Kinder zunächst den Weihnachtsbaum und legten das Christkind in die Krippe. Mit Singen  bekannter  Weihnachtslieder, musikalisch begleitet von Irma Endres, und mit passenden Geschichten zur Weihnachtszeit Vorweihnacht3- vorgetragen von Mathilde Hellbrück, Andrea Kammer und Marion Falk - wurde die Feier bereichert. Auch in dieser traurigen  Zeit des Krieges in der Ukraine durfte das Friedenslicht von Bethlehem nicht fehlen. Zum wiederholten Male brachten  die Altpfadfinder Sonja und Harald Ney dieses Licht auf der letzten Station von Fraulautern nach Hargarten. So erleuchtete bald das Licht von Bethlehem die Kapelle und gewiss auch danach die Wohnungen zu Hause.
Nach diesem Gottesdienst konnten  die Kapellenbesucher noch in dem weihnachtlich  geschmückten Schuppen der Familie Spuller sich bei kalter Witterung mit Glühwein aufwärmen, Schnittchen  und Herbstkuchen genießen sowie Plätzchen und Wurstgläser für die Feiertage mit nach Hause nehmen.
Der Heimat- und Kulturverein bedankte sich bei allen Besuchern und  besonders  bei allen Mitwirkenden für ihr Engagement und wünschte allen ein frohes Weihnachtsfest und ein  gutes neues Jahr 2023  in Gesundheit und Frieden. Der Erlös dieses Festes dient der Unterhaltung der Kapelle.

Fotos: R.Schomers Text: H.Lubitz

Vorweihnacht4
Vorweihnacht5

Bilder vom Koteletten-Braten am 'Kalten Mittwoch'...

...der diesmal ein Samstag war.

Braeter2022
Esser2022

Mehr auf der entsprechenden Brauchtumsseite

 

Mehrgenerationen-Platz für Hargarten

SpielefestAus dem zentral gelegene Hargarter Dorfplatz mit seiner angrenzenden Dorfwiese soll ein moderner Mehrgenerationen-Treffpunkt werden. Zwar wird der Platz bereits jetzt von der Dorfgemeinschaft für ihr aktives Dorf- und Vereinsleben genutzt. Doch der Spielplatz ist alt und das Gelände nur durch einen alten Zaun begrenzt. Zudem gibt es keine Sitzmöglichkeiten. Das möchte die Gemeinde nun ändern: Konkret soll auf der Fläche der alte Spielplatz durch ein neues Klettergerüst aufgewertet und ein Sicht- und Windschutz in Form einer so genannten Gambionenwand zu den angrenzenden Wohnhäusern hin errichtet werden. Barrierefreie Sitz- und Tischgruppen mit einem gepflasterten Weg und die Pflanzung eines Solitärbaums sollen den Platz zu einer attraktiveren Aufenthalts- und Veranstaltungsfläche für Jung und Alt aufwerten.
Von den erwarteten Gesamtkosten in Höhe von 45.000,-€ übernimmt das saarländische Umweltministerium 24.460,- €, das Innenministerium 15.566,-€.. Damit muss die Gemeinde Beckingen lediglich 10% der Gesamtsumme aufbringen. Mehr auf der Politik-Seite

 


"Dienstleistungen" in Hargarten aus längst vergangener Zeit


Wir haben in den niedergeschriebenen „Erinnerungen“ unser ehemaligen Mitbürgerin Anni Schuler geb. Vetter (Geburtsjahrgang 1925 - verstorben 2012) geblättert. Dabei sind wir auf Dienstleistungen aufmerksam geworden, die man heute nur noch vom Hörensagen oder gar nicht mehr kennt, so zum Beispiel:
Der „Lumpenhändler“.
Alle paar Wochen kam ein Lumpenhändler nach Hargarten mit seinem Pferd und Wagen. Die Kinder suchten alles, was nicht mehr zu tragen war zusammen, gingen zum Lumpenhändler, wo alles gewogen wurde und erhieltendafür eine Tasse, einen Teller, Johannisbrot oder andere schöne Sachen.
Der „Deppengießer“.
Vor der Hargarter Kirmes kam der Deppengießer ins Dorf. Gegenüber „Marxen-Haus“ (heute Wohnhaus Bärbel und Georg Klinkert) am Schulberg (heute Brunnenanlage) richtete er sich seine Werkstatt ein. Er machte Feuer, ließ im Topf Zinn schmelzen und die Arbeit konnte beginnen. Die Leute brachten ihre Töpfe mit Löchern und vor allem das Zinnbesteck für die Kirmes. Dieses kam in die Zinnflüssigkeit, dann glänzte es wieder wie neu und die Kirmesgäste konnten kommen.
Der „Schirmflicker“.
Ab und zu kam auch ein Schirmflicker in den Ort. Die kaputten Schirme wurden eingesammelt und kamen dann am Abend gebrauchsfertig wieder zurück.
Der „Scherenschleifer“.
Auch ein Scherenschleifer kam in regelmäßigen Abständen in unser Dorf. Die Messer und Scheren wurden eingesammelt. Der Schleifer hatte ein Dreirad mit einem Schleifstein, das war sein Arbeitsgerät.
Der „Schuhmacher“.
Auch ein Schuhmacher kam gelegentlich ins Dorf. Die Schuhe wurden besohlt und mit Schuhnägeln mit Köpfen benagelt, so waren sie länger haltbar. Die gesäuberten Schuhe wurden samstagsabends mit Schuhfett eingeschmiert.
Die vorgenannten Dienstleistungen lassen erkennen, dass seinerzeit nichts weggeworfen wurde. Es wurde alles gesammelt, geflickt oder erneuert. Dies stand im Gegensatz zu unseren heutigen „Wegwerfgesellschaft“.
Natürlich gab es auch Tante-Emma-Länden im Dorf, wie Wernisch, Spuller, Lourenzen Anna und Ottos Kattchen. Sie hatten zwar viel im Sortiment - aber längst nicht alles, was die Hargarter brauchten oder gerne gehabt hätten. Deshalb warteten sie auch immer "sehnsüchtig" auf fahrende Händler, so zum Beispiel:
Der „Gemüsehändler“. Er fuhr mit Pferd und Wagen jede Woche durch Hargarten. Er machte sich durch eine Schelle bemerkbar.
Der “Fischhändler“. Er kam stets im Winter, weil nur in der kalten Jahreszeit die damals mögliche "Kühlkette" eingehalten werden konnte. Auch der Fischverkäufer machte mit einer Schelle auf sich aufmerksam . Die Fische lagen im Eis und wurden mit darüber liegenden Eisstangen zusätzlich gekühlt.

Auf den Spuren Hargarter Geschichte(n)

Trotz wetterbedingt nicht ganz optimaler Startbedingungen trafen sich am Sonntag, 25. September, zahlreiche Interessierte aus Hargarten und umliegenden Dörfern zu einer ganz besonderen Geschichtswanderung.
Erste Station war der „Berensen Kalkofen“ in dem gleichnamig bezeichneten Gewann. Dieser Kalkofen, einer von acht in Hargarten bekannten, wurde vor über 200 Jahren betrieben. Woher der Name stammt, konnte nicht ermittelt werden. Es gibt zwar in Hargarten eine Familie, deren Nachkommen immer noch „Berensen“ gerufen werden, doch haben Ahnenforschungen nichts Konkretes erbracht.
Dann ging es weiter zu den Römergräbern, auf die sich der damalige Schulrat Kell in seinem 1925 erschienenen Heimatbuch beruft. Danach sollen im Jahre 1885 auf einem Gewann in Hargarten zwei römische Särge ausgegraben worden sein. Die Straße nördlich von Hargarten und Merchingen sei als eine Abzweigung der von Metz an den Rhein führenden Römerstraße anzusehen. Auch im Hargarter Heimatbuch heiße es, dass am Bachemer Weg zwei Steinsärge ausgegraben wurden. 3LaendereckDie genaue Lage sei auf einer Karte über vorgeschichtliche und geschichtliche Funde im Kreis Merzig-Wadern aufgezeichnet. Wanderführer Herbert Dewes hatte hierzu im Vorfeld ergebnislos im Kreisheimatarchiv recherchiert. Auch das Landesarchiv in Saarbrücken, das Landesdenkmalamt und das Rheinische Landesmuseum in Trier konnten bei der Kartensuche nicht weiterhelfen. So wurde den Teilnehmern der Bereich „Bachemer Weg“ sowie die seinerzeit vorbeiführende Römerstraße näher erläutert.
Nächste Station für die interessierte Gruppe war das sogenannte „Dreiländereck“ im Merchinger Wald, wo die Gemarkungsgrenzen von Merchingen, Bachem und Hargarten zusammenstoßen. Die dort einst verlaufende Grenze war durch die bekannten schweren Grenzsteine aus Sandstein markiert, von denen ein freigelegter in Augenschein genommen werden konnte. Der jüngste Teilnehmer der Wanderung, der 3jährige Ben Wenderoth, präsentierte sich sogleich als neuer "Herrscher" des Dreiländerecks. Letztes Ziel war das Flurstück „Im Bender“ am Waldrand. General_BenderDas hoch gelegene Flurstück soll seine Bezeichnung von einem im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) gefallenen schwedischen General namens Bender erhalten haben, der hier bestattet wurde. Das Grab wurde um 1880 durch den Landwirt Nikolaus Bourgeois auf seinem Grundstück am Rande des Merchinger Waldes freigelegt, weil ihn eine Bodenerhöhung auf seinem Feld immer bei der Arbeit störte. Die Flurstückbezeichnung ist seit Generationen überliefert. Wer war General Bender? Hierzu erläuterte Dewes: „Er ist nicht zu verwechseln mit Generalfeldmarschall Bender, der in Böhmen beerdigt ist. Bei dem in Hargarten beigesetzten Bender handelt es sich um den General Bernhard Bender, der 1631 als Obristleutnant in schwedischen Diensten stand und Angehöriger des ‚Braunen Regiments‘ war. Im Jahre 1632 wurde er zum General befördert. Zuvor war er Hessen-Kasselischer Kapitän, der, so wird vermutet, unter anderem dafür zuständig war, Deserteure oder Gefallene in den Kampftruppen zu ersetzen.“
Zur Erinnerung an General Bender, der in Hargarten seine letzte Ruhestätte fand, inszenierte Dewes ein Spektakel. Als die Gruppe aus dem Wald trat, sorgten Gisbert und Bruno Reiber für Musketen- und Trommellärm, ehe dann Heinz Lauer aus Brotdorf in passender Uniform und mit Fahne als General Bender auf der Bildfläche auftauchte. Da waren manche zunächst perplex, hatten dann aber ihren Spaß, als Wanderleiter Dewes den "General" auf humoristische Art zu den damaligen Geschehnissen befragte.Bender
Zum Abschluss traf man sich an der Wanderhütte, wo die Hargarter Dorfjugend die hungrigen und durstigen Geschichtswanderer mit Schwenkbraten, Würstchen und diversen Getränken versorgte. Dewes bedankte sich bei den Teilnehmern, die sich an der sonntäglichen Wanderung, trotz nicht gerade einladenden Wetters, erfreuten. Bereits anfangs hatte er diesen erklärt, dass es sich bei den Erkundungen um geschichtliche Hargarter „Mosaiksteinchen“ handelt. Man müsse sie nicht unbedingt wissen, aber es schade auch nichts, wenn man sie kenne...

Text & Fotos:nb




Wiederentdeckt: Der Saarländische Rundfunk über die Stellmacher Jakob und Toni Kerber

SR-Bericht-Jakob_Kerber-CGut 46 Jahre ist es her, da war ein Kamerateam des Saarländischen Rundfunks zu Gast in Hargarten - auf den Spuren der beiden letzten Stellmacher im Saarland. Schon damals erinnerten sich nur noch die Älteren an dieses Handwerk, das früher auch als "Wagener" oder "Küfer" bekannt war. Werner Kerber, der aus Hargarten stammt, hatte vor einigen Jahren ein Video dieses Beitrags über seinen verstorbenen Vater und seinen ebenfalls nicht mehr lebenden Bruder erworben. Auf seine Anregung hin hat der Heimat- und Kulturverein jetzt vom SR die Erlaubnis erhalten, das Video exklusiv auf dieser Homepage wieder zu veröffentlichen. Und hier findet ihr das Video!

 

 

 

 

 

 


"Aktuelles" ist auch eine Zeitfrage...- und deshalb haben wir ein umfangreiches Archiv aufgebaut!

Damit "Aktuelles" auch aktuell ist, "wandern" ältere Ereignisse in die entsprechenden Themen-Rubriken. So findet ihr zum Beispiel das "Zöllnerfest" unter "Ansichtssachen-Grenzgeschichten", die "Trauungen in der Feldschmiede" unter "Die Burheck-Feldschmiede", die " Fastnachtsumzüge" in "Ansichtssachen-Faasend", das Hargarter "Molchi-Bräu" jetzt unter "Dies und das". Für länger zurückliegende Einzelveranstaltungen gibt es ein gesondertes Archiv mit Ereignissen älteren Datums, die teilweise auch auf unserer Homepage noch nicht zu sehen waren.
So haben wir jetzt den 2001 im Rahmen der Anna-Kirmes aufgezeigten Brauch des "Schalwarikloppens" ganz frisch in unsere Dokumentation aufgenommen.


Ortspolitik auf "hargarten-online"

Um unseren Nutzern einen Einblick in das politische Geschehen unserer Heimat zu geben, veröffentlichen wir auch entsprechende Mitteilungen/Protokolle usw. auf unserer Seite zur "Ortspolitik", sofern wir sie erhalten.
Wir weisen allerdings ausdrücklich darauf hin, dass diese Texte nicht unbedingt die Meinung des Heimat- und Kulturvereins wiedergeben!
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